Aus dem Logbuch der „Alisa“, Gran Canaria – Gomera, vom 05.02. bis 11.02.2000

Samstag, 05.02.:
Anreise, Hotelburgen? Massentourismus? Nein! Sonne wie Sand am Meer: Ankunft in einem der schönsten Häfen Europas, in Puerto de Mogan auf Gran Canaria. Einrichten auf der Hallberg Rassy 34, „Alisa“. Kennenlernen der Mitsegler und Gestaltung des ersten Urlaubstages. Bei diesem Törn waren wir zu dritt: Volker Heiko und Günter.

Sonntag, 06.02.:
Nach einem ausgedehntem Frühstück erfolgte die Sicherheitseinweisung. Wir legten ab zum sogenannten „Einsegeln“, d.h. Kennenlernen des Schiffes und Genießen des sommerlichen Wetters. Wesentlicher Bestandteil neben dem „Seele baumeln lassen“ , ist hierbei ein Gefühl für die Handhabung der Yacht und die Rollenverteilung an Bord zu bekommen. Dazu gehört auch eine Einübung der notwendigen Grundmanöer; ganz besonders natürlich das Verhalten bei Unfällen, insbesondere das „Mann-über-Bord –Manöver. Zur Siesta ankerten wir vor dem „karibikweißen“ Sandstrand von Anfi de Mar. Genügend Zeit für eine Badepause und die Zubereitung eines leckeren Essens. Am Spätnachmittag lichteten wir den Anker, um zum Sonnenuntergang in Puerto Rico festzumachen. Dieser Ort bietet sich für die Erkundung des Nachtlebens auf Gran Canaria an.

Montag, 07.02.:
Gegen 10.00Uhr legten wir in Puerto Rico ab. Vor uns lagen 54sm bis Los Christianos auf der Nachbarinsel Teneriffa. Nach Überquerung des 16. Längengrades erwartete uns die sogenannte Düse zwischen den Inseln. Hier wird der, ansonsten mit ca. 4 bis 5 Bft. wehende, Nordostpassat auf bis zu 7 bis 8 Bft. beschleunigt. Gut gerefft und das Schiff, sowie die Crew auf Starkwindsegeln vorbereitet, beschleunigte „Alisa“ bei halbem Wind auf nahezu Rumpfgeschwindigkeit (ca. 7,5 kn). Starkwindsegeln unter wärmender kanarischer Sonne, ist die Besonderheit dieses Revieres – Genusssegeln. Um 21.00 Uhr manövrierten wir vorsichtig unter klarem Sternenhimmel „Alisa“ zwischen einige andere, in der Bucht von Los Christianos ankernden Yachten. Die letzten 15sm zogen sich aufgrund der Landabdeckung und dem damit fehlenden Wind ca 3 Stunden hin, wobei dann auch unser 27 PS Volvo-Diesel seine Vorzüge zeigte.

Dienstag, 08.02.: 
Mit einem üppigen Frühstück auf See, nachdem der Anker gelichtet war, begann dieser Tag mit Sonnenaufgang , um 7.oo Uhr. Nach ca. 1 Stunde motoren aus der Landabdeckung heraus, gelangten wir in bestes Segelwetter mit einer moderaten See bei 4 – 5 Bft. Delphine begleiteten uns auf dem Weg nach Gomera, dessen Zielhafen, San Sebastian, ca 22sm entfernt war. Am frühen Nachmittag legten wir in der Inselhauptstadt, die auch schon Chritoph Columbus als sicherer Hafen diente, an. Für den Rest des Tages und des Abends hatten wir uns eine Inseltour per Mietwagen vorgenommen, um diese ausgesprochen grüne und sehr ursprünglich wirkende Insel zu erkunden und uns am, im Vergleich zu Gran Canaria, beschaulichen Nachtleben zu beteiligen.

Mittwoch, 09.02.:
Etwas verspätet, weil es sogar auf Gomera möglich ist die Nächte lang werden zu lassen, erfolgte unser Aufbruch erst gegen Mittag. Wir hatten uns eine Nachtfahrt vorgenommen, in der die 77sm bis Puerto de Mogan zurückgelegt werden sollten. Für die Nacht wurde ein Wachplan erstellt, so daß alle die Möglichkeit hatten ausreichend Ruhephasen zu bekommen. Trotzdem war von jedem einiges an Durchhaltevermögen gefordert. Durch rauhe See dauerte die Fahrt hart am Wind insgesamt 19 Stunden. Am frühen Morgen des 10.02. legten wir in Puerto de Mogan an. Für heute war erneut ein Landtag eingeplant, damit sich das irritierte Gleichgewichtsgefühl  wieder normalisieren konnte und auch die Sehenswürdigkeiten dieser Insel nicht völlig ignoriert wurden.

Freitag, 11.02.:
Den heutigen Tag verbrachten wir mit „Spaßsegeln“ und Manövertraining vor der Südwestküste Gran Canarias. Mit Einlaufen zum Sonnenuntergang und anschließender Einkehr in den einschlägigen Restaurants und Kneipen fand dieser einwöchige Törn sein viel zu frühes Ende. Insgesamt legten wir in dieser Woche ca. 200sm zurück, wobei nicht außer acht gelassen wurde, daß segeln ohne Häfen nur halb so schön ist.

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